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Was bisher geschah
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Veligandu's Geschichte
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Veligandu
wurde von Fritz, mir und Freund Otto am 9.5.1993 in Canvey Island, in England, wo die Prout Werft ihren Sitz hat, abgeholt.
Zunächst einmal segelten wir via Ijmuiden nach Holland, wo Veligandu im Ijsselmeer vermurt wurde. Die Taufe, mit 12 Personen fand grösstenteils im Salon statt, da, wen wunderts, Dauerregen angesagt war.
Dies sollte sich auch nicht gross ändern....
Der Plan für die 5 Wochen Sommerferien war: raus aus dem Ijsselmeer, rein in die Waddenzee, entlang der niederländischen und deutschen friesischen Inseln, an der Westseite Dänemarks hoch in den Limfjord, an der Ostseite wieder runter, durch den Nord-Ostseekanal, aus der Elbe, die Inseln wieder entlang und wieder "nach Hause" ins Ijsselmeer.
Schöner Plan, schöner Törn........wenn.......ja wenn nicht das Wetter wäre. Das ist normalerweise in den norddeutschen, holländischen und dänischen Gefilden schon durchwachsen, aber im Sommer 93 brach es den Rekord. Wir segelten raus ins Watt und kamen, mit langen langen Pausen, da man als Familiencrew mit kleinen Kindern nicht so gerne im Regen segelt, doch immerhin bis Borkum.
Dort hingen wir auch wieder längere Zeit fest. Der Hafen von Borkum ist mir als grottenhässlich in Erinnerung, aber das Restaurant war allererste Sahne....
Jedenfalls wurd´s nix mit dem Limfjord, statt dessen probten wir gleich mal Veligandu´s Verhalten im Sturm und hoppelten mit einem 8er Richtung Harlingen.
Dem dortigen Hafenmeister fielen fast die Augen aus dem Kopf, als sich so ein fetter Kat hinter die Brücke quetschte und dann auch noch tatsächlich einen Platz fand....
Um es kurz zu machen, von 5 Wochen Ferien waren immerhin ca. 6 Tage trocken, der Rest war Regen, Regen, Regen.
Wir liessen Veligandu dann mal gleich oben in Makkum liegen, war doch in den vergangenen wasserreichen Tagen der Entschluss gefasst, "der Dampfer kommt ins Mittelmeer", egal wohin, bloss Süden, Sonne und kein Regen musste es sein.
Kaum zu Hause angekommen, wurden die einschlägigen Yachtzeitschriften befragt, soweit das umblättern der Seiten mit den im Urlaub gewachsenen Schwimmhäuten zwischen den Fingern denn möglich war!
Frankreich wurde abgecheckt, aber das preislich einzig akzeptable war die Trockenmarina Port St.Louis du Rhone und aufs Trockene stellen wollten wir Veligandu nicht, sie sollte schon immer parat sein. Mir fiel eine Anzeige für Mallorca ins Auge, Puerto de Alcudia. Kurz entschlossen wurde hingefaxt, Preis erfragt. Preis war zwar hoch (rund 7000,-- DM / Jahr) aber schliesslich waren es ja auch die Balearen, leicht erreichbar mit günstigen Flügen.
Nicht lange gefackelt und noch im Herbst 93 wurde Veligandu "aussenrum" ins Mittelmeer gesegelt.
Der erste Urlaub im Mittelmeer datiert dann im Dezember 93/ Januar 94.
Null Ahnung von Ackerbau und Viehzucht und noch weniger vom Mittelmeerwetter trudelten wir jeden Morgen fröhlich los, Mallorca´s Küsten zu erkunden. Seewetter war nicht, da Winter und die Wetterfrösche hatten ihre Leitern wohl bis zum nächsten Frühjahr zusammengeklappt. Auf alle Fälle mussten wir mit dem auskommen, was (manchmal) am Office der Marina aushing und das war nicht viel.
Wind und Welle machten uns auch nicht viel aus und sehr viel später sollten wir zu unserem grössten Erstaunen von schwedischen Freunden, die uns gegenüber in der Marina Alcudia lagen, hören, dass man marinaintern bald nur noch sagte "heute ist Veligandu-Wetter" wenn es Stärken um 6 und drüber hatte, weil wir bald den Ruf hatten immer dann rauszusegeln, wenn das sonst kein Schwein machte..........jaja...die Anfänge.... heute schüttelt es uns bei dem Gedanken, bei einem 6er rauszugehen, denn viel zu schnell wird daraus ein 7er oder 8er..... , wie wir inzwischen wissen, nein danke!
Am 31.12.93 lagen wir in Porto Cristo, das alte Jahr verabschiedete sich mit einem 8er aus Nord.
Am nächsten Morgen, blankgeputzter blauer Himmel, natürlich wie üblich KEIN Wetterbericht, und wir noch sauer, dass wir nicht schon früher am morgen rauswaren, weil da noch Wind war, der nun einzuschlafen schien......!
Wir fuhren also am 1.1.94 barfuss und im T-Shirt bei strahlendem Wetter aus Porto Cristo unter Motor raus. Ca. 1 sm weiter gen Norden kam etwas Wind auf, grade mal genug (ca. 8-10kn) aus N um der Genua ein bisschen Zucker zu geben. Nach weiteren 2sm konnten wir das Gross ebenfalls dazu nehmen, Veligandu segelte nun gemächlich hoch am Wind, wir hatten wieder Nord.
Wie gesagt, völlig unbeleckt von den Eigenarten des Mittelmeeres und noch den Nordseehimmel im Kopf sagte ich noch zu Fritz, "Guck mal, was für komische Wolken die hier haben", auf die watteartigen zigarrenförmigen Dinger am Himmel zeigend, da frischt es auch schon auf: innerhalb einer Viertelstunde von 12 auf 18 auf 20 auf 25 Knoten. "Jetzt aber flott mit reffen", ruf ich meinem Skipper zu, er ergreift die Genuaschot, selbige hat was dagegen und flutscht ihm heftigst durch die Hände, von deren Innenflächen sich daraufhin die Haut unter Protest verabschiedet. Sch....., der Skipper ist somit erstmal ausser Gefecht.
Mit Notverband und Müh gelingt es, die Genua einzureffen, desgleichen das Gross, der Skipper zieht sich erstmal zu seinen Töchtern in den Salon zurück.
Bei den 25 Knoten bleibts natürlich nicht....... ab 30 kn meint die Autohelm-Selbststeueranlage "Das war´s" und hat keinen Bock mehr, auch keine Arbeitsmoral für so´n teures Ding. Also klemmt sich die etwas kurz geratene Admiralin einen Kissenfender unter die Füsse und sich selbst hinter´s Steuer.
Bei 38 kn auf der Anzeige bleibt der Speedy stehen, na sauber und das mit einem neuen Schiff, das man ja noch gar nicht so gut kennt..
Es wäre gelogen, würde ich behaupten, in dem Moment nicht die Hosen gestrichen voll gehabt zu haben. Aber nach ungefähr 10 Minuten haben sich Veligandu und ich eingespielt und ich bin hellauf begeistert, wie das Schiff die Wellen erklimmt, kurz innehält und dann auf der Luvseite derselben runtersurft, einfach toll!
So schütteln meine Lieben auch nur den Kopf und tippen sich vielsagend an denselben, als sie kurz darauf die Tür öffnen und auf die Frage "und, alles klar, wie läufts" ein fast schon jubelndes "GEIL!!" von mir hören, so begeistert bin ich über unser Schiff. Veligandu braucht nur ein paar Ruderschläge Unterstützung, den Rest macht sie alleine!!
1994 und 1995 werden auf Mallorca und Menorca zugebracht, wir müssen zu unserer Schande gestehen, dass wir zwar x-mal um die beiden Inseln rumgedüst sind und diese daher auch kennen, wie unsere Hosentaschen und wunderschön sind sie ja schliesslich schon (wenn auch heutzutage unerschwinglich teuer für den Fahrtie...)
Aber es hat uns nie nach Ibiza gezogen und so machen wir uns im Mai 1996 von Mahón/Menorca aus auf die Rümpfe gen Osten.
Von Portoscuso/Sardinien geht es die Südküste entlang nach Cagliari, dann in die damals noch im Bau befindliche und daher kostenlose Marina Villasimius, wo uns ein Landsmann, dem unsere Nase nicht passte, kurzerhand nachts die Achterleinen durchsäbelte.... (Und das weil wir uns weigerten ihm unseren Platz auf den uns der Hafenmeister gezielt geschickt hat, frei zu machen, wo er doch sonst da liegen würde. Der Hafenmeister bat uns am nächsten morgen, nicht die Polizeit einzuschalten, er würde ihn sich vorknöpfen und wir wollten ja schliesslich auch weiter ...)
Gestalten gibt´s....naja, wenn auch ein Boot schon "Harry S." heisst und ohne Lizenz Tauchfahrten macht...... Also, Leute, wenn euch eure Festmacher lieb sind, haltet euch von dem Kerl frei.....
Irgendwann war dann das Wetter danach, die 2. Nachtfahrt nach Sizilien in Angriff zu nehmen, die genauso ereignislos verlief wie die nach Sardinien.
In San Vito lo Capo wollten sie uns sage und schreibe 120,-- DM die Nacht für ihren popeligen Schwimmsteg abknöpfen, was den Skipper glatt in Nähe eines Herzinfarktes brachte...
Entlang der Nordküste Siziliens näherten wir uns der Strasse von Messina, Skylla und Charybdis hielten sich fein bedeckt und erst in Höhe von Messina setzte ein Norder mit 20 Knoten ein, der uns flugs achterlich nach Taormina schob.
Über die Südküste Italiens schweigt des Sängers Höflichkeit, wer darüber mehr wissen will, wie auch natürlich über alle besuchten Häfen, dem sei unsere CD-Rom
Einmal quer durch´s Mittelmeer
anempfohlen, die es, im Gegensatz zu den Pilots
Türkische Küste von Antalya bis Kusadasi
Dodekanes Inseln
Die Balearen - Mallorca und Menorca
die auch in englisch übersetzt sind, nur in deutsch gibt.
Ende Mai waren wir dann im Ionischen Meer, wo wir uns bis September rumdrückten, zu gross war die Muffe vor dem "schrecklichen" Meltemi in der Ägäis, vor dem uns jeder gewarnt hatte.
Das Ende vom Lied war, dass wir zu lange warteten und dann innerhalb 10 Tagen quer durch die Ägäis motorten, weil das berüchtigte Seegebiet eher einem Ententeich glich und wir überhaupt keinen Wind hatten.
Der "Einfall" in der Türkei via Marmaris war ein Kulturschock und wir machten uns schnell wieder auf die Socken, lockte doch Antalya und die Seturmarina, wo wir überwintern wollten.
Unsere schwedischen Freunde von der "Lady G" waren auch noch immer mit uns (seit Menorca!) und gemeinsam liefen wir sidebyside Anfang Oktober in der Setur Marina Antalya ein, wo wir genauso gemeinsam die Flasche Sekt auf die erfolgreich hinter uns liegenden rund 1600 sm köpften.
Insgesamt segelte Veligandu 3 Jahre in türkischen und griechischen Gewässern, wo wir, siehe oben, die
beiden ersten Pilots
verfassten.
2 Winter davon verbrachten wir in Antalya, wo wir gleich im ersten Jahr, im Januar 1996 einen Tornado in der Marina überlebten... allerdings mit grossen Schäden an Boot und Seele.
Der
Tornado
hatte nur eine Breite von ca. 25m, mit der er über uns drüberzog, aber wir waren natürlich genau drin. Dennoch gings bei uns noch einigermassen glimpflich ab, die 3 Hallberg Rassys und 1 Bavaria auf dem Trockenen, die danach zum Totalschaden deklariert wurden, waren nicht so glücklich dran.
Auch die Schiffe, deren Masten und/oder Bäume sich verabschiedet hatten, waren noch lange nicht wieder seefähig, als Veligandu im Frühjahr 96 wieder in See stach......
Allerdings hatten sich die Ereignisse nicht in die Klamotten, wohl eher doch in die Knochen gesteckt. Das Gefühl, wenn das Schiff, in dem man drinsitzt, 1m hoch gehoben wird, dann wieder aufs Wasser klatscht und ein Windgeräusch, dass bei (gemessenen!) knapp 300 km/h dem einer Concorde gleicht, die es sich im Salon gemütlich macht, das konnte nicht so einfach abgehakt werden.
1999 hiess es dann, GoWest, da die Mädels wieder in die heimatliche Schule wollten /mussten, von der Fernschule hatten sie nach den vergangenen Jahren gründlich die Nase voll.
Schon beim einlaufen in Mahon, wo wir Gott sei Dank einen Platz an der Isla Clementina per email reserviert hatten, dachten wir, im falschen Film zu sein. Was war aus diesem wunderschönen, aber verschlafenen Hafen geworden: beide Plattformen---voll, die Bojen-----alle besetzt, der Stadtkai---voll, bei Pedro---alles voll, überhaupt---Schiffe soweit das Auge reicht und der Clou--- sogar die Cala Teulera, der geschützte Ankerplatz gleich hinter der Lazarettinsel wird abkassiert, für den eigenen Anker wohlbemerkt!!
Auf Mallorca sah´s nicht anders aus. Auf Anfrage bei Puerto de Alcudia, wo wir 1995 (s.o.) 7000,-- DM für den Jahresplatz zahlten, bot man uns denselben Platz kaltlächelnd für 28.000 DM an.... wir lehnten dankend ab.
Bis Frühjahr 2002 waren wir dann glücklich, einen bezahlbaren Platz im supergeschützten Hafen von Porto Addaya auf Menorca zu finden, wo Joana immer bemüht ist, den Segler in allen Dingen zu helfen. Auch den Jahrhundertsturm vom 11.11.2001, der so katastrophale Schäden auf Mallorca anrichtete, haben wir hier erstklassig überlebt, überhaupt kein Problem.
Nach nun mehr als 2 Jahren auf den Balearen zieht es uns wieder zurück gegen Osten. Damit jeder, der das möchte, an unserer Fahrt teilnehmen kann und, dank der heutigen GPRS-Technik, die (sofern man Verbindung hat) sogar eine brauchbare Geschwindigkeit zulässt, gibt es diesen Törn nun auch
ONLINE
im
Internet
also einfach mal
reinschauen.
Fragen beantworten wir gerne unter
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Veligandu - Segeln im Mittelmeer